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Von den Anfängen bis heute...

Mitte der 50er Jahre kam es zu ersten Neugründungen von Tennisvereinen in größeren Ortschaften des Saarlandes. Noch unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg war Tennis eine Exklusivsportart für wohlhabendere Bevölkerungsschichten gewesen, so daß Tennisvereine ausschließlich in Städten angesiedelt worden waren.

Clubhaus Tennis-Club 1957

(Bild: Vereinseinweihung mit Clubheim 1957)

Für die kleine Saarwellinger Gruppe von Tennisinteressierten war es jedoch unvorstellbar gewesen, nach Saarlouis zu fahren, um dort in einer fremden und ungewohnten Umgebung das Tennisspiel zu erlernen. Darum traf man sich eine Zeitlang fast regelmäßig auf einem Privatplatz in der Nähe des alten Forsthauses. Bald wurde von einigen Spielern verstärkt der Wunsch geäußert, sich selbst zu organisieren, also einen Verein mit eigenen Plätzen zu gründen, um unter „geordneten Verhältnissen“ den Spielbetrieb durchführen zu können.

Am 9. Mai 1957 fanden sich schließlich 22 Tennisfreunde zu einer Gründungsversammlung ein und beschlossen, den Tennisclub Saarwellingen e.V. ins Leben zu rufen. Als 4. Mitglied des Kreises Saarlouis wurde der Verein sofort auch in das Register des Saarländischen Tennisbundes eingetragen. Initiator dieser Aktion war Herbert Glasen gewesen, der auch zum 1. Vorsitzenden bestellt wurde. Desweiteren gehörten dem ersten Vorstand Theo Bommersbach, Karla Bruch, Theo Metzger, Elfriede Schlemmer und Paul Westerhoff an.

Erstes und zentrales Anliegen war es, einen Ort ausfindig zu machen, um einen eigenen Tennisplatz bauen zu können. Zunächst war der Exerzierplatz des ehemaligen Arbeitsdienstlagers, der aufgrund seiner Bodenbeschaffenheit, seiner Lage im Einzugsgebiet zwischen Saarwellingen, Nalbach, Bilsdorf und Körprich und des bereits vorhandenen Privatplatzes von vielen favorisiert wurde, vorgeschlagen worden. Dahingegen bot die Gemeinde das Gelände neben dem heutigen Römerpark als Alternative an. Nach längeren Verhandlungen akzeptierte der Vorstand den Gemeindevorschlag, so daß bereits im Jahre 1958 der erste Platz gebaut, eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben werden konnte. Die Bauarbeiten wurden von den Mitgliedern selbst durchgeführt; zur Finanzierung der notwendigen Baumaterialien war ein Darlehen aufgenommen worden.

Arno Bauer Pflege Platz 1

(Bild: Arno Bauer bei der Pflege des ersten Platzes)

Obwohl die Mitgliederzahlen in den ersten Jahren nicht wesentlich angestiegen waren, beschloß der Vorstand bereits im 4. Jahr des Vereins-bestehens, also im Jahr 1960, einen zweiten Platz zu bauen. Obwohl auch dieser Platz in Eigenarbeit angelegt wurde, waren die finanziellen Belastungen wegen der Kosten für die Baumaterialien und für die laufende Unterhaltung der Anlage so hoch, daß eine weitere Darlehens-aufnahme notwendig war, welche wiederum durch Mitgliedsbeiträge ausgeglichen werden mußte.

Der lang ersehnte Wunschtraum vieler Mitglieder, irgendwann einmal ein „eigenes Clubheim“ mit einem gemütlichen Aufenthaltsraum, einer kleinen Küche, sanitären Einrichtungen und Umkleideräumen zu besitzen, sollte als nächstes Ziel in Angriff genommen werden.

Clubhaus Tennis-Club 1967

(Bild: Clubhaus mit Terrasse im Jahre 1967)

Anfang der 60er Jahre, als es den Menschen aufgrund des wirtschaftlichen Aufschwungs der Bundesrepublik zunehmend besser ging, zeichnete sich allmählich ein Anstieg der Mitgliederzahlen und damit der Vereinseinnahmen durch die Mitgliedsbeiträge ab. Trotz der damit verbundenen weiteren finanziellen Belastung des Vereins wurde endlich im Jahre 1966 der Bau des Clubhauses beschlossen. Unter der tatkräftigen Mithilfe des damaligen 2. Vorsitzenden Manfred Paulus, der sich sowohl für die Planung als auch für die Bauleitung verantwortlich zeigte, wurden die Bauarbeiten durchgeführt, so daß das „kleine“ Clubhaus bereits am 23. April 1967, im Rahmen der Feier zum 10-jährigen Bestehen des Vereins, eingeweiht werden konnte. Das neue Clubhaus sollte „eine Stätte der Kameradschaft und Freundschaft aller Mitglieder und Freunde des weißen Sports sein“, so in einer Mitteilung des Vorstandes im Saarwellinger Nachrichtenblatt. In den ersten Jahren wurde es in Eigenregie geführt, d.h. die Mitglieder übernahmen abwechselnd die Bewirtung und den Thekendienst.

Als dieses Konzept nicht mehr mehrheitlich getragen werden konnte, wurde das Lokal verpachtet. Aufgrund des ständig zunehmenden Interesses am Tennissport und damit einhergehend auch des Anstiegs der Mitgliederzahlen reichte das Platzangebot bald nicht mehr aus, so daß 1970 mit der finanziellen Unterstützung der Gemeinde ein dritter Platz gebaut wurde, dem zwei Jahre später, 1972, der vierte Platz folgte, für den wiederum eigene Mitteln aufgebracht werden mußten.

Blick auf die ersten beiden Plätze

(Bild: Blick auf die ersten beiden Plätze; heute Platz 1 und Platz 3)

Seit Anfang der 70er Jahre waren im Kreis Saarlouis eine Reihe von Tennishallen errichtet worden, die es den Spielerinnen und Spielern gestatteten, unabhängig von der Wetterlage ihren Sport auszuüben. Der Verein hatte mehrere Jahre lang in den Wintermonaten sonntags von 14-18 Uhr die Saarwellinger Turnhalle bzw. die Festhalle in der Wilhelmstraße angemietet, so daß sich die Mitglieder wenigstens ab und zu während der langen Spielpause treffen und „trainieren“ konnten.

Um jedoch dem zunehmend geäußerten Wunsch der Mitglieder nach einer eigenen Tennishalle Rechnung zu tragen, wurden auch innerhalb des Saarwellinger Vereins sehr bald Pläne entwickelt, die den Bau einer Halle ermöglichen sollten. Unterschiedliche Konzepte wurden vorgelegt und diskutiert, und nach zähen Verhandlungen und nach Abwägung der Vor- und Nachteile entschied man sich schließlich für die „große“ Lösung. Diese sah den Abriß des „kleinen“ Clubhauses vor und die Errichtung eines Gesamtkomplexes aus Halle, erweiterten Sanitärräumen, Clubhaus und einer Wohnung, die an den Pächter vermietet werden sollte.

Clubhaus Tennis-Club 1977

(Bild: Clubhaus im Jahre 1977)

Wiederum mußten intensive Gespräche und Verhandlungen mit den Verantwortlichen der Gemeinde geführt werden, da ohne einen großzügigen Gemeindezuschuß und eine Bürgschaftsübernahme für das aufzunehmende Darlehen das Projekt nicht realisierbar gewesen wäre. Unter der Planungsaufsicht des Bauausschusses, dem die Vereinsmitglieder Friedel Altmeyer, Siegfried Rech, Hermann Hasemann und Günther Kast angehörten, und mit Hilfe des unermüdlichen Einsatzes vieler Mitglieder konnte im Jahre 1976 endlich mit den Bauarbeiten begonnen werden.

Bereits nach einem Jahr Bauzeit konnte das neue Gebäude in Anwesenheit der führenden Vertreter der Gemeinde und des Saarländischen Tennisbundes von Herrn Dr. Walter Wunn, dem damaligen 1. Vorsitzenden, in einer Feierstunde eingeweiht werden. Schließlich sollten anläßlich des 25jährigen Bestehens des Vereins im Jubiläumsjahr 1982 noch zwei weitere Freiplätze gebaut werden. Aufgrund der nach wie vor hohen finanziellen Belastung durch den Hallenbau konnte dann jedoch nur noch ein Platz fertiggestellt werden.

Die großzügig angelegte, sehr gepflegte Gesamtanlage mit ihren fünf Freiplätzen und einem Gebäudekomplex bestehend aus einer modernen Halle, einem gemütlichen Clublokal mit großem Balkon und einer Wohnung ist inzwischen zum „Aushängeschild“ des Vereins geworden. Dies war und ist nur möglich durch den ständigen, unermüdlichen Arbeitseinsatz unserer langjährigen Platz- und Hallenwarte Arno Bauer, Willi Conrad+, Jürgen Kaun+ und Fritz Gerspacher, denen ein ganz besonderer Dank gilt !

Mitte der 90er Jahre wurden das Clubhaus renoviert und die Außenanlage verschönert. Aufgrund des Ergebnisses einer schriftlichen Mitgliederbefragung wurde der inzwischen fast zwanzigjährige Hallenboden vollkommen mit Teppichgranulat erneuert.

Übersicht der heutigen Plätze 1 bis 5

(Bild: Übersicht der Plätze 1 bis 5)

 
 

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